Gebührenberechnung nach den gesetzlichen Bestimmungen

 

Bei einer Gebührenberechnung nach dem RVG  sind  Ausgangspunkte für die Höhe der Gebühren der Gegenstandswert und der Gebührensatz.

Als Beispiel soll folgender Fall dienen:

Sie haben einem Bekannten ein Darlehn gewährt. Das Darlehn ist zur Rückzahlung in Höhe von € 3.000 fällig. Trotz Mahnung zahlt der Bekannte nicht. Sie schalten eine Rechtsanwältin ein, die die Forderung  zunächst außergerichtlich durchsetzen soll.

Für die außergerichtliche Tätigkeit wird die Rechtsanwältin ihre Gebühren wie folgt berechnen:

Regelgeschäftsgebühr 1,3
(VV-Nr. 2300)
€ 261,30
Auslagenpauschale
(VV-Nr. 7002)
€   20,00
Umsatzsteuer 19%
(VV-Nr. 7008)
€   53,45
Gesamtbetrag
€ 334,75

(Diese Gebühr von 1,3 kann sich bis auf den 2,5-fachen Satz erhöhen, wenn eine Angelegenheit sehr zeitaufwendig ist. Denn bitte bedenken Sie, dass – egal wieviele Stunden Ihre Rechtsanwältin den Fall bearbeitet -  nur diese Gebühr im Rahmen von 0,5 bis 2,5 berechnet wird!)

Da der Bekannte in unserem Beispiel trotz Mahnung nicht gezahlt hat, ist er im Verzug. Er hat Ihnen die Anwaltskosten zu erstatten, weil diese Teil des Verzugsschadens sind.

Sollte der Bekannte dennoch nicht zahlen, so reicht Ihre Rechtsanwältin eine Klage ein und wird Sie in einem vom Gericht anberaumten Verhandlungstermin vertreten. Für die Prozeßvertretung auf Ihrer Seite fallen folgende Gebühren an:

Verfahrensgebühr 1,3
(VV-Nr. 3100)
€ 261,30
Terminsgebühr     1,2
(VV-Nr. 3104)
€ 241,20
Auslagenpauschale
(VV-Nr. 7002)

€   20,00

Umsatzsteuer 19%
(VV-Nr. 7008)
€   99,28
Gesamtbetrag
 
€ 621,78

 

(Hinzu kommen Gerichtskosten von € 324 sowie Kosten einer möglichen Beweisaufnahme. Die Kosten für die außergerichtliche Vertretung werden in Höhe von 0,65 der Geschäftsgebühr = € 130,65 netto angerechnet.)

Wenn die Klage erfolgreich ist, muss der Bekannte als Beklagter die gesamten Kosten des Gerichtsverfahrens zahlen.

Bitte bedenken Sie, dass es sich lediglich um ein einfaches Beispiel handelt.

Scheuen Sie sich daher nicht, bevor Sie Ihre Anwältin beauftragen, nach den anfallenden Gebühren zu fragen.